Holzernte und Rücketechniken im steilen Bergwald
Die Holzernte im steilen Bergwald der Bayerischen Voralpen erfordert spezielle Techniken und Maschinen. Seilkrane, Harvester und Rückepferde kommen zum Einsatz, um das Holz aus dem Wald zu holen.
Herausforderungen der Holzernte im Bergwald
Die Holzernte im Bergwald ist anspruchsvoller und gefährlicher als im Flachland. Das steile Gelände, die schwierigen Bodenverhältnisse und das hohe Stammgewicht machen den Einsatz von schweren Maschinen oft unmöglich. Die Ernte muss daher mit speziellen Verfahren durchgeführt werden.
Die größte Herausforderung ist die Rückung des Holzes: Der Abtransport des gefällten Holzes aus dem Bestand zum nächstgelegenen Forstweg. Im Flachland werden dazu schwere Rückeschlepper eingesetzt, im Bergwald kommen dagegen Seilkrane und Spezialschlepper zum Einsatz.
Seilkranverfahren
Das Seilkranverfahren ist die wichtigste Rücketechnik im steilen Bergwald. Dabei wird ein Stahlseil zwischen zwei Masten gespannt, an dem das Holz hängend zum Forstweg transportiert wird. Seilkrane können Steigungen von bis zu 60 Prozent überwinden und sind daher ideal für die steilen Hänge der Voralpen.
Der Einsatz von Seilkranen ist teuer: Die Einrichtung einer Seilkrananlage kostet 2.000 bis 5.000 Euro, die Rückung eines Kubikmeters Holz 20 bis 40 Euro. Das Verfahren ist aber die einzige Möglichkeit, Holz aus sehr steilen Lagen zu ernten.
Maschinelle Holzernte
In den weniger steilen Lagen (unter 30 Prozent Hangneigung) kommen Harvester und Forwarder zum Einsatz. Der Harvester fällt, entastet und entrindet den Baum in einem Arbeitsgang. Der Forwarder transportiert das Holz zum Forstweg. Diese Maschinen sind effizienter als die motormanuelle Fällung mit der Motorsäge.
Der Einsatz schwerer Maschinen im Bergwald erfordert jedoch ein schonendes Verfahren. Die Maschinen dürfen nur auf dafür angelegten Rückegassen fahren, um den Boden zu schonen. Die Befahrung des Waldbodens bei Nässe ist verboten.
Rückepferde
In besonders sensiblen Bereichen - etwa in Schutzwäldern oder in der Nähe von Bachläufen - werden Rückepferde eingesetzt. Pferde können das Holz bodenschonend aus dem Wald ziehen, ohne den Boden zu verdichten. Der Einsatz von Rückepferden ist jedoch langsam und teuer.
In den Bayerischen Voralpen werden Rückepferde vor allem in der Schutzwaldsanierung eingesetzt, wo der Einsatz von Maschinen nicht möglich oder nicht erlaubt ist. Die Zahl der Rückepferde ist jedoch rückläufig, da immer weniger Fuhrleute diese traditionelle Technik beherrschen.
Fazit
Die Holzernte im Bergwald erfordert spezielle Techniken und Maschinen. Die Wahl des Verfahrens hängt von der Hangneigung, dem Bodentyp und den ökologischen Anforderungen ab. Der Trend geht zu bodenschonenden Verfahren und zur Reduktion der maschinellen Befahrung.