Die Weißtanne (Abies alba) - Die Hoffnungsträgerin des Bergwalds
Die Weißtanne gilt als Hoffnungsträgerin des Bergwalds. Sie ist stabiler als die Fichte, widerstandsfähiger gegen Borkenkäfer und besser an Trockenheit angepasst. Ihr Anteil im Bergwald soll durch den Waldumbau deutlich erhöht werden.
Ökologie der Weißtanne
Die Weißtanne ist ein Tiefwurzler, der auch auf flachgründigen Böden nog Halt findet. Sie bevorzugt frische, nährstoffreiche Standorte in Höhen zwischen 500 und 1.500 Metern. In den Bayerischen Voralpen ist sie vor allem in den Bergmischwäldern des Mangfallgebirges, am Soellenkamm und im Bereich des Tegernsees anzutreffen.
Weißtannen können bis zu 800 Jahre alt werden und Höhen von über 50 Metern erreichen. Sie sind sehr schattentolerant und können auch unter dichten Kronen älterer Bäume keimen und wachsen. Diese Eigenschaft macht sie besonders wertvoll für den Waldumbau.
Vorteile gegenüber der Fichte
Die Weißtanne hat mehrere Vorteile gegenüber der Fichte: Sie ist widerstandsfähiger gegen Borkenkäfer, da ihr Harzfluss stärker ist und sie schneller auf Befall reagiert. Ihr tiefreichendes Wurzelsystem macht sie stabiler gegen Stürme. Sie ist trockenheitsresistenter und kommt auch mit geringeren Niederschlägen aus.
Ein weiterer Vorteil: Die Weißtanne wirft ihre Nadeln erst nach 6 bis 8 Jahren ab, während die Fichte ihre Nadeln nur 3 bis 5 Jahre behält. Dadurch liefert die Tanne ganzjährig Streu und verbessert die Bodenqualität.
Probleme der Tanne
Die Weißtanne hat in den Bayerischen Voralpen mit zwei großen Problemen zu kämpfen: dem Wildverbiss und den Immissionen. Die Tanne ist die beliebteste Äsung des Reh- und Rotwilds. Ohne Schutzmaßnahmen (Zaunungen, Einzelschutz) können Tannen in Regionen mit hohen Wilddichten nicht aufwachsen.
Die Immissionen von Stickstoff und Schwefel aus der Landwirtschaft und dem Verkehr haben die Tanne in der Vergangenheit geschädigt. Seit der Luftreinhaltung in den 1990er Jahren hat sich die Situation jedoch verbessert.
Förderung der Tanne im Waldumbau
Die Tanne wird im Waldumbau massiv gefördert. Der Freistaat Bayern bezuschusst die Pflanzung von Tannen mit bis zu 5 Euro pro Pflanze. Die Tanne wird in Gruppen oder als Einzelmischung in Fichtenbestände eingebracht. In den höheren Lagen wird sie durch die wesentlich seltenere Schwarzerle (Alnus glutinosa) ergänzt.
Fazit
Die Weißtanne ist die wichtigste Baumart für den Waldumbau in den Bayerischen Voralpen. Ihre Förderung ist eine Investition in die Zukunft des Bergwalds. Der Schutz der Tanne vor Wildverbiss ist dabei die entscheidende Voraussetzung.