Weitere Tierarten im Mangfallgebirge
Neben den bekannten Hauptdarstellern gibt es eine Fülle weiterer Tiere im Mangfallgebirge. Fuchs, Dachs, Reh, Marder und die Vogelwelt sind bei ruhiger Begegnung genauso faszinierend.

🦊 Rotfuchs (Vulpes vulpes)
Der Rotfuchs ist der häufigste Beutegreifer im Mangfallgebirge. Er ist anpassungsfähig und besiedelt alle Höhenstufen bis zur Baumgrenze.
- Erkennung: Rotbraunes Fell, weiße Kehle, schwarze Pfoten und Ohrspitzen. Der buschige Schwanz mit weißer Spitze ist unverwechselbar.
- Verhalten: Dämmerungs- und nachtaktiv. Im Mangfallgebirge tagaktiv in störungsarmen Gebieten. Sehr gute Anpassung an Kulturlandschaft.
- Lebensraum: Waldränder, Wiesen, Almflächen. Im Spitzingsee-Gebiet regelmäßig am Morgen auf den Almwiesen zu sehen.
- Besonderheit: Füchse sind Nahrungsgeneralisten – von Mäusen über Beeren bis zu Aas. Im Herbst fressen sie bevorzugt Heidelbeeren.
🦡 Dachs (Meles meles)
- Erkennung: Kompakter Körper, 70–90 cm lang, 10–16 kg. Charakteristische schwarz-weiße Gesichtszeichnung – der „Dachsstreifen".
- Verhalten: Nachtaktiv. Tagsüber in weitläufigen Bauen (bis 300 m Gänge). Im Winter reduzierte Aktivität, aber kein Winterschlaf.
- Lebensraum: Laub- und Mischwälder mit lockerem Boden. Im Valepp-Tal und an den Hängen des Jägerkamp gibt es große Dachsbauten.
- Spuren: Dachsbauten sind an den großen Eingängen (30–40 cm) und den aufgeworfenen Erdhügeln erkennbar. Oft von Füchsen als „Untermieter" genutzt.
🦌 Reh (Capreolus capreolus)
- Erkennung: Deutlich kleiner als Rothirsch (60–75 cm Schulterhöhe, 15–30 kg). Sommerfell rotbraun, Winterfell graubraun. Weißer Spiegel (Herzförmig beim Reh).
- Verhalten: Einzelgänger oder kleine Gruppen (Ricken mit Kitzen). Hauptaktivität in der Dämmerung. Im Winter oft in Sonnenhängen zu finden.
- Lebensraum: Waldgebiete mit Lichtungen, auch in Tallagen. Die Wälder um den Spitzingsee und das Valepp-Tal sind dicht besiedelt.
- Besonderheit: Rehe sind Wiederkäuer mit hohem Stoffwechsel – sie müssen alle 4–6 Stunden fressen. Im Winter ein kritischer Faktor.
🐇 Feldhase & Eichhörnchen
- Feldhase (Lepus europaeus): An Almwiesen und Waldrändern. Erkennbar an den langen Ohren (bis 10 cm) und dem typischen Hakenschlagen bei Flucht. Besonderheit: Im Gegensatz zum Wildkaninchen lebt der Feldhase oberirdisch und gründet keine Baue. Rammelzeit Februar–August.
- Eichhörnchen (Sciurus vulgaris): In Nadel- und Mischwäldern aller Höhen. Im Sommer rötliches, im Winter graubraunes Fell. Die buschige Rute wird als Balancierhilfe und Wärmeschutz genutzt. Besonderheit: Eichhörnchen vergessen viele ihrer Verstecke – ein wichtiger Beitrag zur Waldverjüngung.
🐾 Marder – Steinmarder & Baummarder
- Steinmarder (Martes foina): Hellgrau, weißer Kehlfleck (gegabelt). Lebt in der Nähe menschlicher Siedlungen, oft auf Almen und in Hütten. Nachtaktiv, geschickter Kletterer.
- Baummarder (Martes martes): Dunkelbraun, gelber Kehlfleck (runder). Reiner Waldbewohner, meidet Siedlungen. Selten zu sehen, aber im Valepp-Tal und an der Rotwand-Nordseite heimisch.
- Unterscheidung: Der sicherste Unterschied ist der Kehlfleck: weiß + gegabelt = Steinmarder, gelb + rund = Baummarder. Die Pfotenabdrücke sind sich sehr ähnlich – die Krallenabdrücke sind deutlich zu sehen.
🐦 Vogelwelt im Mangfallgebirge
Neben dem Auerhahn und Steinadler gibt es eine vielfältige Vogelwelt. Hier die häufigsten Greifvögel und charakteristischen Arten:
- Mäusebussard (Buteo buteo): Der häufigste Greifvogel. Kreisend über Almwiesen mit breiten Flügeln und kurzem, gefächertem Schwanz. Ruf: "hijä-hijä" – der typische Filmadler-Sound ist meist ein Bussard.
- Turmfalke (Falco tinnunculus): Klein, rüttelt häufig im Wind über offenen Flächen. Erkennbar am Rüttelflug – steht fast still in der Luft und späht nach Mäusen.
- Buntspecht (Dendrocopos major): Ganzjährig in Wäldern. Sein Trommeln im Frühjahr markiert Reviere. Im Valepp-Tal und am Jägerkamp häufig.
- Waldkauz (Strix aluco) & Waldohreule (Asio otus): In der Dämmerung aktiv. Der Ruf des Waldkauzes ("hu-hu-huhuhu") ist aus der Tiefe des Waldes zu hören. Selten zu sehen, aber regelmäßig zu hören.
- Alpendohle (Pyrrhocorax graculus): An Gipfeln ab 1.500 m. Die schwarzen Vögel mit gelbem Schnabel sind gesellig und neugierig. Häufig auf der Brecherspitz, Rotwand und Taubenstein.
💡 Praxistipp: Für die Vogelbeobachtung im Mangfallgebirge reicht ein Fernglas 8×42. Die beste Zeit ist der frühe Morgen (5–8 Uhr). Der Gesang ist im April/Mai am intensivsten – die beste Zeit für Vogelstimmen-Wanderungen.
⚠️ Was du beachten musst
- Abstand: Mindestens 30 m zu Wildtieren. Besonders in der Setzzeit (Mai–Juni) und Balzzeit (März–Mai).
- Hunde: Während der Brut- und Setzzeit (1. April – 15. Juli) gilt in Bayern Leinenpflicht im Wald. Diese Regel ist im Mangfallgebirge besonders wichtig.
- Füchse nicht füttern: Auch wenn Füchse auf Almen zutraulich wirken – Füttern macht sie krank und abhängig. Es ist verboten und strafbar.
- Nester und Baue: Nicht stören, nicht fotografieren mit Blitz. Ein gestörter Fuchsbau wird aufgegeben – die Jungtiere verenden.
- Wildkameras: Das Aufstellen von Wildkameras ist ohne Genehmigung verboten und wird im Mangfallgebirge kontrolliert.
🥾 Auf diesen Routen siehst du die Vielfalt
🌲 Valepp — Ganzjährig. Bestes Gebiet für Fuchs, Dachs, Reh und Spechte. Ruhig gehen, abseits der Hauptwege (erlaubte Wege).
🥾 Obere Firstalm — Mai–Okt. Füchse am Morgen auf den Almwiesen, Bussarde kreisend über dem Tal.
🥾 Rotwand — Ganzjährig. Alpendohlen am Gipfel, Rehe in der Waldzone, Bussarde über den Felsen.
🥾 Jägerkamp — Ganzjährig. Füchse und Rehe in den Wäldern des Aufstiegs. Morgens beste Chancen.
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