🏞️ Spitzingsee – Höchstgelegen & immer eine Reise wert
Der Spitzingsee auf 1.084 m ist der höchstgelegene erreichbare See Bayerns. Was ihn ausmacht? Kein Promi-Trubel wie am Tegernsee, sondern echte Alpenluft, eine der längsten Rodelbahnen Bayerns und Hütten, die genau das servieren, was das Bergsteigerherz begehrt.
Der Spitzingsee liegt auf 1.084 m und ist damit der höchstgelegene See Bayerns, den du mit dem Auto erreichen kannst. Kein Wunder also, dass er im Sommer und Winter gleichermaßen beliebt ist – und trotzdem nie so überlaufen wie der Tegernsee. Der See selbst ist mit 28,4 Hektar Fläche und 16,3 m Tiefe vergleichsweise klein, aber genau das macht seinen Charme aus.
Marco Polo hat ihn 2024 als „Geheimtipp" ausgezeichnet – aber ganz so geheim ist er nicht mehr. Trotzdem gilt: Wer hierherkommt, sucht Ruhe, Natur und gute Küche. Und wird nicht enttäuscht. Tauche ein in die Themenwelten des Spitzingsees:
📋 Themen rund um den Spitzingsee
Alm-Restaurants
Obere Firstalm, Taubensteinhaus, Stümpflingalm – die besten Hütten rund um den Spitzingsee im Detail.
→ Alle HüttenRodelpisten
4,5 km lange Rodelbahn – eine der längsten Bayerns. Mondscheinrodeln, Abenteuerrodeln, Familienrodeln.
→ Rodeln gehenBrecherspitz-Klettersteig
B/C-Klettersteig auf die Brecherspitz (1.683 m). Anspruchsvoll, aber mit grandiosem Panorama.
→ KlettersteigWinter-Guide
Skitouren, Winterwandern, Schneeschuh-Trails – der Spitzingsee ist ein Winterparadies.
→ Winter entdeckenWanderwege
Rotwand, Brecherspitz, Bodenschneid – die schönsten Touren rund um den Spitzingsee.
→ Routen findenSpitzingsee-Guide
Ausführlicher Regional-Artikel mit Geschichte, Geologie, Almen und Winter-Tipps.
→ Weiter lesen🏔️ Spitzingsee auf einen Blick
- Höhe: 1.084 m – der höchstgelegene erreichbare See Bayerns
- Fläche: 28,4 ha
- Maximale Tiefe: 16,3 m
- Gemeinde: Spitzingsee (Ortsteil von Schliersee) – ca. 200 Einwohner
- Umgebende Gipfel: Rotwand (1.884 m), Brecherspitz (1.683 m), Bodenschneid (1.668 m), Taubenstein (1.693 m)
- Touristisch: Ganzjährig belebt, aber kein Massentourismus
🚐 Anreise & Parken
- Auto: A8 bis Ausfahrt Weyarn, dann B307 Richtung Schliersee bis Spitzingsee. Ca. 50 min ab München
- Parken: Großparkplatz direkt am See (kostenpflichtig, ca. 5 € pro Tag)
- Bus: RVO Linie 362/363 ab Schliersee Bahnhof
- Bahn: RE München–Schliersee (ca. 50 min), dann Bus
🔗 Wanderübergänge in Nachbarregionen
- → Zur Valepp (ca. 2 h): Über den Rotwand-Sattel hinunter ins Valepp-Tal – unberührte Wildnis mit Wasserfällen. Zum Valepp-Hub →
- → Zum Tegernsee (ca. 3 h): Über die Rottach und den Wallberg zum Tegernsee. Zum Tegernsee-Hub →
- → Zum Schliersee (ca. 1,5 h): Über die Bodenschneid hinunter zum Schliersee. Zum Schliersee-Hub →
— Einfach machen. Aber informiert.
Der Urvater des Alpenvereins: Theodor Trautwein
Tief in den Bergen der Region findet sich eine gusseiserne Gedenktafel, die an einen der wichtigsten Maenner der alpinen Geschichte erinnert: Theodor Trautwein (1833-1894). Er war nicht nur Autor, sondern hob am 9. Mai 1869 in Muenchen den Deutschen Alpenverein (DAV) mit aus der Taufe.
Die Tafel traegt die Inschrift: Ihrem unvergesslichen Theodor Trautwein 1833-1894 / Sektion Muenchen des D.u.Oe. Alpen Vereins. Dass ihm das Alpen Kraenzchen Muenchen dieses Denkmal direkt in den Fels schlug, beweist die immense historische Bedeutung des Spitzingsee-Gebiets fuer die ersten Bergpioniere.
Zusatz: Trautwein starb 1894 im Alter von 60 Jahren an einer Lungenentzuendung, die er sich nach einer zu schnellen Wanderung durch die Vorderkaserklamm zuzog - ein bis heute mahnendes Beispiel fuer die Risiken der Bergwelt.
Die Apokalypse von 1919 und die legendare Bockerlbahn
Am 5. und 6. Januar 1919 ereignete sich eine Naturkatastrophe epischen Ausmasses: Ein moerderischer Foehnsturm riss im Gebiet der Rotwand und Valepp fast 300.000 Baeume (ca. 290.000 Festmeter Holz) nieder. Durch weitere Nachstuerme im Fruehjahr und Sommer lag der gesamte Wald am Boden.
Die Forstverwaltung war in Panik: Wenn das Holz dort oben verrotten wuerde, haette eine gigantische Borkenkaeferplage den Rest des bayerischen Waldes vernichtet. Die Loesung war ein Wunderwerk der Technik - die Neuhauser Bockerlbahn.
Die Fakten: In Rekordzeit wurde eine 12 Kilometer lange Schmalspur-Eisenbahn (600 mm Spurweite) quer durch die wilde Berglandschaft gebaut - vom Bahnhof Fischhausen-Neuhaus bis zur Waitzingeralm. Die Plaene lagen bereits sechs Wochen nach dem Sturm auf dem Tisch, im April begann der Bau.
Die Bahn ueberwand extreme Hoehenunterschiede und hatte am E-Werk sogar einen dampfbetriebenen Bleckstein-Aufzug, der die vollen Holzwaggons an einem Stahlseil senkrecht nach oben zog. Ein absolutes Meisterstueck der Ingenieurskunst.
Das Ende: Die Bockerlbahn war eine Rettungsaktion auf Zeit. Sie fuhr nur drei Jahre lang (von 1919 bis 1922). Sobald die 300.000 Staemme abtransportiert waren, wurde sie bis 1925 komplett abgebaut und verschwand spurlos aus der Landschaft. Heute erinnern nur noch beliebte Wanderwege auf der alten Trasse an diese Pioniertat.
Wandertipp: Der alte Trassenverlauf der Bockerlbahn ist heute Teil des Wanderwegs von Fischhausen-Neuhaus zur Waitzingeralm - eine Tour mit historischem Hintergrund!